18. Januar 2015

23.09.2014 - Stephen C. Foster State Park

Die erste Nacht im Sumpf ist vorbei. Aufgewacht sind wir heute morgen total zerstochen. Die Mücken haben gestern Abend ganze Arbeit geleistet. Tja so ist das eben im Sumpf. Kurze Sachen in der Abenddämmerung werden mit Beißattacken von Mücken bestraft. Also werden wir den heutigen Tag nicht ohne "AfterBite" verbringen können.
Wir haben den Tag recht entspannt angehen lassen. Nach einem guten Frühstück haben wir eine kurze Wanderung in den Sumpf unternommen. Auf dem "Trembling Earth Nature Trail" haben wir uns den Sumpf etwas näher angesehen. Natürlich waren wir gut eingepackt, mücken- und wasserdicht, denn es regnete als wir losliefen. Doch Regen hat uns ja noch nie von einer geplanten Tour abgehalten. Und tatsächlich, kaum waren wir unterwegs, hörte der Regen auf. Der Trail selbst ist nicht sehr lang. Aber er gibt einen guten ersten Einblick in das Leben im Sumpf.

Okefenokee Swamp - Trembling Earth Nature Trail
Okefenokee Swamp - Trembling Earth Nature Trail
Okefenokee Swamp - Trembling Earth Nature Trail
Okefenokee Swamp - Trembling Earth Nature Trail
Nachdem wir den Trail beendet hatten, machten wir uns am Nachmittag auf zum Visitor Center. Hier sollte unsere Bootstour in den Okefenokee Swamp starten. Da der Park nur spärlich besucht war, hofften wir auf eine Privattour. Damit hatten wir aber kein Glück, denn es warteten schon 3 weitere Gäste auf das Boot. Okay, wir waren also zu fünft unterwegs. Auch nicht schlecht. Gleich zu Beginn haben wir den ersten Aligator gesehen. Unser Guide war aber leider der Meinung, wir wollen ausschließlich die Natur im Park sehen und nicht die Aligatoren. Deshalb fuhr er nur langsamer um uns spezielle Bäume und Pflanzen näher zu bringen und nicht, wenn wir Aligatoren sahen :(
Doch auch unsere ungeübten Augen erspähten den ein oder anderen Aligator im Wasser oder auch im Gras. Und das waren nicht wenige.
Okefenokee Swamp - Aligator
Okefenokee Swamp - Aligator
Okefenokee Swamp - Aligator

Okefenokee Swamp - Aligator

Uns kamen auch ein paar Kajaker entgegen. Sicherlich auch ein tolles Erlebnis, was wir uns aber nicht zutrauten. Mitunter kommen die Aligatoren den Booten und Kajaks schon sehr nah. Zu nah um nur ein Stück Plastik zwischen sich selbst und den Aligatorzähnen zu wissen. 

Wir genossen die Aligatoren lieber aus einer sichereren Entfernung. Auch die Vegetation und die Ruhe im Sumpf sind traumhaft. Und es gibt viel außergewöhnliche Natur im Sumpf zu sehen. Da sind zum einen die Bäume, die allesamt kuriose Formen haben und fast gänzlich von spanischem Moos überwuchert sind. Dann gibt es herrliche Wiesen inmitten vom Wasser, die einem Festland vorgaukeln, jedoch im Wasser versinken, wenn man sie betritt. Überall wachsen Seerosen und gelbe Teichrosen. Und überall schlängeln sich die Kanäle des rostbraunen Suwannee River durch die Landschaft an deren Ufern fleischfressende Pflanzen wachsen.

Okefenokee Swamp - Landscape

Okefenokee Swamp - Landscape

Okefenokee Swamp - Landscape

Okefenokee Swamp - Landscape

Und der Suwannee River ist wirklich rostbraun. Hier hat das Fernsehen mal ausnahmsweise nicht übertrieben. Durch vermoderndes Laub, durch Torf und durch die Gerbsäuren der Pflanzen erhält das Flußwasser die rostbraune Färbung. Ebenfalls kann man das Methan riechen, wenn man den Grund des Suwannee Rivers aufwühlt.

die braune Brühe des Suwannee River
Leider geht auch die schönste Tour mal zu Ende, so auch unsere Sumpftour. Zum krönenden Abschluss aber, haben wir im Kanal kurz vor dem Visitor Center noch eine Aligatoren-Mama mit ihren unzählbar vielen Babygators gesehen, beobachtet und natürlich photografiert. Eine sehr schöne Tour die auf jeden Fall empfehlenswert ist.

Okefenokee Swamp - Aligator with Babygators

Okefenokee Swamp - Babygators


Den späten Nachmittag haben wir mit kühlem Bier am Grillfeuer verbracht. Immer umgeben von Weißwedelhirschen. Nachdem wir uns ein schönes Stück Fleisch auf dem Grill gebraten und es unter freiem Himmel verspeist hatten, haben wir uns auf unsere "Porch" zurück gezogen. Schließlich waren wir dort vor den Mücken geschützt und konnten dort noch in Ruhe den Geräuschen des Sumpfes lauschen, während wir den Tag ruhig ausklingen ließen.

Hinweise

Mücken im Sumpf

Auch im Herbst sind die Mücken im Sumpf immer noch sehr angriffslustig und hungrig. Mückenspray (Repellent) ist also unbedingt zu empfehlen. Wir haben es, trotz Warnungen auf die leichte Schulter genommen. Tja, die Rache folgte. Doch mit "AfterBite" aus dem Drugstore lassen sich die Stiche gut behandeln. Allerdings empfehlen wir eher das "AfterBite for Kids". Das für Erwachsende riecht sehr stark nach Chemie und das für Kinder brennt nicht so stark.

Bootstour im Stephen C. Foster State Park

Eine Bootstour durch den Sumpf sollte auf jeden Fall unternommen werden. Das Visitor Center bietet "guided" und "nonguided" Touren an. Wer sich für eine "guided Tour" entscheidet, zahlt 25$/Person und kann sich zwischen einer Tour am Morgen oder einer Tour am Nachmittag entscheiden.
Wer sich für eine "nonguided Tour" entscheidet, erhält im Visitor Center ein Kajak, Paddel, Schwimmweste und eine Karte und erkundet den Sumpf auf den Kanälen des Suwannee River auf eigene Faust und Gefahr. Achtung! Aligatoren kommen mitunter sehr nah an die Boote. Wasser und Snacks sind unbedingt mitzunehmen, denn gerade im Sommer ist es sehr heiß im Sumpf. Auf Mückenschutz ist ebenfalls zu achten.

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