27. September 2013

22.08.2013 Valdez - McCarthy

Da wir gestern abend ja so kalorienreich gegessen hatten, begann der heutige Tag lediglich mit einem Kaffee. Nachdem der Abwasch erledigt und das Wohnmobil reisefertig war, haben wir den Campground verlassen. Noch schnell getankt und dann hieß es "on the road again". Für heute hatten wir uns McCarthy als Ziel vorgenommen und das liegt 180 Meilen entfernt von Valdez. Nichts spektakuläres für die Weiten Alaskas. Doch die letzten 60 Meilen sollten uns über die "dirty road to McCarthy" führen und über deren momentanen Zustand hatten wir überhaupt keine Informationen. Aus diesem Grund haben wir lieber einiges an Reservezeit eingeplant. Aber dazu später. Da es nur eine einzige Straße nach Valdez gibt, sind wir also den ganzen Weg wieder zurück gefahren. Im Keystone Canyon haben wir nicht noch einmal angehalten, dafür aber beim "Worthington Glacier" in der Nähe des "Thompson Pass". Leider sah es, dank Erderwärmung, nicht so aus, wie wir es uns vorgestellt und wie es einschlägige Reiseführer beschrieben hatten. Der Gletscher hat sich aufgrund der Schmelze schon sehr weit zurück gezogen. Der versprochene Weg zum Eis war zwar noch vorhanden, gemacht haben wir ihn aber vorsichtshalber nicht. Es regnete immer noch in Strömen und der Trail selbst ging wohl über die Geröllfelder und war sehr schlecht zu erkennen. Also keine Wanderung heute.
Thompson Pass Area: "Worthington Glacier"
Worthington Glacier
Und dann ging es weiter. Immer den Richardson Highway in Richtung Norden. Ab und an konnten wir einen Blick auf die uns ständig begleitende Pipeline werfen. Die Pumpstation bei Meile 64 haben wir ebenfalls links liegen gelassen. Ein riesiges eingezäuntes Areal, welches sehr laut ist und wo es eine Aussichtsplattform geben soll. Uns hat es weniger interessiert. Bei Meile 83 haben wir den Abzweig in Richtung Chitina genommen. Rechts und links entlang des Edgerton Highways gibt es nicht so viel Aufregendes. Lediglich einige der ansässigen Farmer laden in Kenny Lake zum Kauf frischer Eier oder ähnlichem ein.  Chitina selbst, eine kleine übersichtliche Siedlung, die ihre besseren Zeiten schon längst hinter sich hat, haben wir ebenfalls nur passiert. Dann führte der Highway weiter über den Copper River und auf der anderen Seite des Flusses endet der Asphalt und der Edgerton Highway geht in die "McCarthy Road" über. Ab da sollte es interessant werden.

Roadsign McCarthy Road
Der Anfang der McCarthy Road
Überraschender Weise waren die ersten Meter auf der McCarthy Road sehr angenehm zu fahren. Scheinbar hatte hier der Straßenbautrupp erst vor kurzem einen Einsatz. Doch schon ein paar Kurven später lagen riesige Gesteinsbrocken am "Straßenrand", die wohl von der anschließenden Böschung gefallen sind. Rechts also die Möglichkeit von einem herabfallenden Stein getroffen zu werden und links die Möglichkeit einen tiefen Abhang hinab in den Copper River zu stürzen. Nun, Augen zu und durch. Aber immer schön langsam und vorsichtig, denn mit zunehmender Entfernung von Chitina änderte sich auch immer wieder der Zustand der Straße. Entlang der Straße gibt es einige Möglichkeiten um ein paar Wanderungen zu beginnen. Schließlich sind einige Abschnitte der Straße Bestandteil des "Wrangell-St. Elias National Park". Ebenfalls findet man viele kleinere und größere Seen entlang der Straße. Und man findet immer wieder alte ausgeschlachtete Autos, die einfach zwischen den Bäumen oder den Büschen abgestellt und ihrem Schicksal überlassen worden sind.

Autowrack an der "McCarthy Road"

Den nächsten Stop hatten wir mit Aussicht auf die bekannte "Kuskulana Bridge" gemacht. Schon erstaunlich, dass hier vor noch gar nicht allzu langer Zeit die Autos noch ohne Leitplanken die ehemalige Eisenbahnbrücke überquert haben. Doch trotz der Leitplanken, ein mulmiges Gefühl bleibt bei der Überquerung der 160m langen und ca 73m hohe Brücke.

McCarthy Road: Kuskulana Bridge
Kuskulana Bridge
Auf der anderen Seite warteten dann wieder Schotter und Schlaglöcher. Bei Meile 29 konnten wir einen alten Prellbock der Copper River & Northwestern Railway ansehen. Auch gilt wieder: Wen es interessiert! Der alte Prellbock ist komplett aus Holz und sieht eigentlich aus wie eine kurz vor dem Einsturz stehende Brücke direkt neben der Straße. Im weiteren Verlauf der Straße gab es noch den ein oder anderen See, mal größer, mal kleiner. An den größeren Seen stehen auch Hütten und man trifft immer mal wieder auf ein paar Menschen.
Eine halbe Meile vor dem Ende der McCarthy Road lag dann unser heutiges Etappenziel. Der "Glacier View RV Park". Allerdings sind wir vorher trotzdem noch bis zur Footbridge (dem eigentlichen Ende der McCarthy Road gefahren, um zu sehen, ob eventuell am Parkplatz an der Footbridge noch eines der oberen Plätzchen frei ist. Leider war dem nicht der Fall. Also doch wieder umkehren und auf dem "Glacier View RV Park" übernachten. Was auch eine gute Entscheidung war, denn der Campground war wirklich hervorragend. Aufgrund des widererwartend guten Zustandes der Straße waren wir zeitiger auf dem Campground als erwartet. Es blieb also genügend Zeit zum Holz sammeln und um ein ordentliches Lagerfeuer zu machen.

auf dem "Glacier View RV Park"
Und Morgen wollen wir nach McCarthy und nach Kennicott.


Hinweis:

Worthington Glacier: 
  • kommt man von Glennallen nach Valdez, eröffnet sich einige hundert Meter vor der Einfahrt zu Worthington Galcier State Recreation Site den besten Blick auf den Gletscher. Von der Recreation Site aus, ist nur ein Teil des Gletschers zu sehen. Also lieber vorher kurz am Straßenrand anhalten.
McCarthy Road:
  • Die Wohnmobilverleiher erlauben das Fahren auf nummerierten Straßen. Laut unsere Straßenkarte (Reise Know How: USA Alaska 1:2 000 000) gehört die McCarthy Road zum Edgerton Highway und ist somit nummeriert. Demnach ist auch der Pannenfall versichert. Nachgefragt haben wir nicht, denn die Aussage beim Verleiher ist meistens NEIN, obwohl das nicht stimmt. Wer auf Nummer sicher gehen will, liest aufmerksam die AGB's vom Verleiher und/oder fragt besser nach.
  • langsames und vorsichtiges Fahren ist ratsam. Die Straße ist mit kleineren Wohnmobilen gut befahrbar. (Zur Erinnerung, wir hatten ein C19)
  • wir hatten Handyempfang. Sollte das nicht der Fall sein, kann es im Falle einer Panne zu längeren Wartezeiten kommen
Campgrounds/Cabins:
  • entlang der McCarthy Road gibt es einige private Campgrounds und auch Cabins.
  • Reservierungen, insbersondere im Sommer, sind ratsam
  • es sollte bedacht werden, dass es in der Nähe der Footbridge nur den kostenpflichtigen Parkplatz gibt. Die nächstgelegene Möglichkeit zur Übernachtung in einer Cabin oder auf dem Campground ist der private "Glacier View RV Park"
McCarthy/Kennecott:
  • McCarthy selbst ist nur zu Fuß oder mit einem Shuttlebus nach der Foodbridge zu erreichen. Dort gibt es die Möglichkeit im örtlichen Hotel (McCarthy Lodge & Ma Johnson´s Hotel) zu übernachten
  • Kennecott ist ebenfalls nur zu Fuß oder mit dem Shuttlebus zu erreichen. Auch dieser startet an der Foodbridge. Übernachtungsmöglichkeiten in Kennecott bietet die "Kennicott Glacier Lodge"

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