Was für ein aufregender Tag! Morgens hieß es wieder einmal zeitig aufstehen, damit wir unseren für heute geplanten Kajak-Trip auch rechtzeitig starten konnten. Nach dem Frühstück haben wir uns warm eingepackt, denn es regnete schon seit den frühen Morgenstunden. Für das Mittagessen haben wir ein paar Bagles geschmiert, die Wasserflaschen aufgefüllt und noch etwas Obst eingepackt. Pünktlich um 8 Uhr waren wir bei
Pangaea Adventures. Im Büro haben wir den üblichen Papierkram erledigt. Schließlich geht ohne Haftungsausschluss gar nichts und bezahlen mussten wir ja auch noch. Nachdem das erledigt war, bekamen wir unsere Ausrüstung. Regenjacke, Regenhose, Gummistiefel und einen wasserdichten Sack für unsere persönlichen Sachen. Super ausgerüstet gab es anschließend eine kurze Einweisung in das Kajaking. Wir konnten uns dabei etwas entspannen, schließlich waren wir erst im letzten August mit dem Kajak in Homer unterwegs. Danach hieß es "welcome aboard" und unsere 1.5h Bootstour 15 Meilen vor den "Columbia Gletscher" im "Prince William Sound" begann. Die ganze Fahrt über hatte es nicht aufgehört zu regnen. Doch wärend es in Valdez noch warm war, wehte im "Prince William Sound" ein eiskalter Wind zum Regen. Brrrrrrrrrh! Am Startpunkt angekommen, gab es inmitten der am Ufer gestrandeten Eisberge eine weitere Einweisung, denn Eisberge sind sehr gefährlich.
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| Eisberg vom "Columbia Gletscher" im "Prince William Sound" |
Danach ging es endlich los. Paddeln, paddeln, paddeln. Schließlich mussten wir ja wieder warm werden. Und es war grandios. Die Eisberge waren in allen Größen vorhanden. Und das Farbspektrum, der Wahnsinn. Von Weiß bis Dunkelblau war alles vorhanden. Einige waren sogar richtig durchsichtig. Wie Eiswürfel in einem Coktailglas. Andere wiederum wechselten ihre Farbe, wenn die Wellen sie trafen.
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| Eisberg vom "Columbia Gletscher"
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| Eisberge vom "Columbia Gletscher" |
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Und dann passierte es! Während wir an einem großen Eisberg vorbei paddelten, brach ein riesiges Stück von ihm ab und stürzte ins Meer. Ein warnendes Knacken kurz vorher, war nicht zu hören. Es brach ohne Vorwarnung. Selbst unser Guide war in diesem Augenblick sehr nervös, denn wir befanden uns im Gefahrenbereich. Wir mussten extrem schnell umlenken und paddeln was das Zeug hielt. Abgebrochene Eisblöcke sind sehr gefährlich. Beim Sturz ins Meer können sie starke Wellen verursachen, die das Kajak umkippen lassen können. Ebenfalls bewegen sie sich sehr schnell im Wasser und sie drehen sich andauernd. Gefährlich! Doch wir haben es ohne Schaden, dafür aber mit einem ordentlichen Adrenalinschub überstanden.
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| Kajak-Tour "Columbia Gletscher" |
Nachdem wir eine Weile zwischen den wirklich großen Eisbergen umher gepaddelt sind, haben wir für das Mittagessen angelandet. Kalt und Durchnäßt saßen wir am Ufer und haben unsere Bagles gegessen. Für heiße Getränke hatten die Guides gesorgt. Nach der Mittagspause sind wir noch zwischen ein paar kleineren Eisbergen umher gepaddelt und haben uns danach entlang der Küste in Richtung Bootsanlegestelle bewegt. Zum krönenden Abschluss sind wir noch per Strömung durch einen wunderschönen Kanal getrieben und haben dort die Natur und die Stille genossen. Niemand hat auch nur einen Mucks von sich gegeben. Es war nichts außer dem Gezwitscher der Vögel und das Plätschern der Wasserfälle zu hören. Ein wahrlich himmlischer Ort.
Durchgeweicht und Durchgefroren sind wir am Ende der Tour wieder mit dem Boot zurück nach Valdez gefahren. Unseren Kapitän haben wir noch nach einer Empfehlung für das Abendessen gefragt. Er empfahl uns die Bar im
Best Western im Hafen von Valdez. Die Bar hat sehr gute Burger, frischen Fisch und Sandwiches im Angebot. Also haben wir den wunderschönen Tag bei Baconburger und Bier inmitten der einheimischen Fischermänner und den lachshungrigen Hobbyanglern verbracht.
Hinweis:
Kajaking ist zwar sehr anstrengend und verursacht bei untrainierten einen ordentlichen Muskelkater, aber diese Tour sollte man unbedingt gemacht haben. Und dabei spielt das Wetter kaum eine Rolle. Die Einheimischen sagen: Je bedeckter der Himmel, umso schöner das Blau der Eisberge. Also unbedingt nachmachen. Anbieter für solche Ausflüge gibt es genügend. Allerdings ist eine Reservierung im Voaraus ratsam, besonders im Sommer.
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