27. Oktober 2013

26.08.2013 - Fairbanks / Denali Highway

Heute war vielleicht ein Tag. Er begann wie ein Bilderbuchtag und endete in einem Disaster. Ok, also von vorne!
Heute morgen haben wir es erstmal ruhig angehen lassen. Duschen, Frühstücken, Wohnmobil reisefertig machen. Danach sind wir zum "Gold Dredge No. 8" gefahren. Dort hatten wir eine "Tour" gebucht. Ok, das Ganze hatte einen faden Beigeschmack. Die "Tour" war eine Fahrt mit der Tschutschubahn vorbei an alten Hinterlassenschaften der Goldgräber. An jeder Station wurde die Bahn angehalten, etwas zur Arbeit der Goldgräber erzählt und manchmal auch vorgeführt. Die eigentliche Attraktion und der Namensgeber der Tour, der Gold Dredge No. 8, ist nur noch ein verrostetes Wrack. Die Funktionsweise kann nur noch auf Bildern gezeigt und erzählt werden. Eine Besichtigung von innen, unmöglich. Schade eigentlich!

Alaska: Golde Dredge No.8
Golde Dredge No. 8
Danach aber wurden wir mit einem Säckchen voll Dreck und eine Waschpfanne ausgestattet. Wir konnten uns selbst im Goldwaschen probieren. Selbstverständlich waren die Säcke prepariert ;) Aber, wir waren auch erfolgreich, denn es blieb auch tatsächlich Gold in der Pfanne zurück. Das haben wir im Anschluss an das Waschen noch wiegen und lassen. Eigenhändig gewaschenes Gold aus Alaska im Wert von sage und schreibe 24$ konnten wir nun unser Eigen nennen :D. Selbstverständlich haben wir alles gut verpackt und verstaut, denn es sollte ja das gesamte GOLD zu Hause ankommen.

Alaska: Goldwaschen
Alaska: Goldwaschen

Kurz nach dem Mittag waren wir dann wieder in Fairbanks. Wir mussten noch Tanken und wir brauchten mehr Vicks "DayQuil", denn wir hatten uns alle beide eine ordentliche Erkältung eingefangen. Nach einem schnellen Mittagessen sind wir dann auf dem "Parks Highway" in Richtung Süden aufgebrochen. Schließlich wollen wir den "Denali Highway" bezwingen. Die kleineren Orte entlang des Highways haben wir links liegen gelassen. Wir wollten schnell nach Cantwell um dort auf den "Denali Highway" abzubiegen. Gesagt getan. Gleich zu Beginn haben wir doch tatsächlich noch einen wunderschönen Blick auf Mt. McKinley erhaschen. Ohne Wolken versteht sich! Er thronte wie ein König über dem Denali National Park.
Und dann der "Denali Highway". Eine 135 Meilen lange Schotterpiste quer durch das ursprüngliche, unzivilisierte Alaska. Und das Unglück nahm seinen Lauf. 10 Meilen haben wir geschafft. 10 von 135! Dann ist uns der hintere rechte Reifen geplatzt. Da standen wir nun. Irgendwo im großen Nichts und natürlich, wie es sich für das große Nichts gehört, kein Handyempfang. Megabullsh....!!!!
Aber nach einer viertel Stunde kam ein Auto. Der Mann war so nett und hat Ronny zurück in die Zivilisiation nach Cantwell gebracht, wo er zumindest schon mal den "Road Assistance" anrufen konnte.

Alaska: Denali Highway
Reifenpanne auf dem Denali Highway
Außerdem war der Mann noch so nett und hat Ronny auch wieder mit zurück zum Wohnmobil genommen. Schließlich war es schon spät und ich habe im Wohnmobil auf ihn gewartet. So funktioniert eben Helfen in Alaska! Um 18:30 waren sie wieder zurück und von da an hieß es einfach nur WARTEN. In der Zwischenzeit haben so einige Leute angehalten und ihre Hilfe angeboten. Doch wir mussten WARTEN, WARTEN, WARTEN! Wir wussten ja nicht einmal, ob heute überhaupt noch jemand kommen würde um den Reifen zu wechseln. Schließlich waren wir im großen Nichts, ohne Telefon und ergo konnte uns auch niemand erreichen. Nach 2,5 Stunden aber, kam er endlich. Unser Held des Tages. Um 21:40 war der Reifen gewechselt und wir sind ganz vorsichtig zurück nach Cantwell gefahren. Das Abenteuer "Denali Highway" hatte sich für uns erledigt. Nicht wir haben ihn, sondern er hat uns bezwungen! Darüber waren wir uns einig. Zum Glück haben wir noch ein nettes Plätzchen für die Nacht gefunden, irgendwo kurz vor Cantwell an einem See. Gegessen haben wir nach der ganzen Aufregung nichts mehr. Aber ein Entspannungsbierchen gab es schon noch. Dann hieß es wieder dick einpacken und ab in die Koje. Auch diese Nacht sollte wieder sehr kalt werden.
Mt. McKinley beim Sonnenuntergang

Hinweise:

   Gold Dredge: 
  • Die Tour konnten wir direkt auf dem "River's Edge RV Park" buchen. Es stellt sich allerdings die Fragen, ob man sie wirklich machen muss. In unserem Fall war es gut, denn sonst wären wir wohl kaum zu Goldwaschen gekommen. Wer allerdings mehr Zeit um Anchorage verbringt, oder sogar auf die Kenai Halbinsel fährt, der sollte wohl eher in Girdwood oder auf Kenai sein Glück im Goldwaschen versuchen.
   Reifenpanne:
  •  Die Versicherung und der Service von Cruise America ist hervorragend. Allerdings müssen lange Wartezeiten berücksichtigt werden. Wie gesagt: Wir standen am Anfang des Denali Highways und der Reifendienst kam aus Nenana!
  Denali Highway:
  • ein C19 von Cruise America ist eher nicht geeignet für die Fahrt auf dem Denali Highway. Der Reifendienst empfahl uns die Fahrt nur mit einem leichteren Gefährt oder mit einem Wohnmobil mit Zwillingsreifen. Ansonsten gilt: Immer schön langsam fahren! Und langsam heißt weniger als 20 mi/h.
  • Ende August ist Jagdsaison! Viele der Stellplätze an den Seen entlang des Highways sind oft mit den Fahrzeugen der Jäger belegt. Außerdem wird geschossen. Wer wandern will, sollte seine Kleidung überdenken. (Bericht eines schweizerischen Ehepaares).

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