22. August 2014

Zu Fuß durch das Höllental auf die Zugspitze

Unglaublich, aber wahr. Wir haben tatsächlich geschafft. Am 11. August sind wir Früh am Morgen (4:30 Uhr) im kleinen, beschaulichen Hammersbach aufgebrochen, um die Zugspitze durch das Höllental zu erklimmen. 2200 Höhenmeter haben wir überwunden um dieses tolle Gefühl zu erleben. Der höchste Berg Deutschlands, und wir sind hoch gelaufen.

Doch nun der Reihe nach. Unser Startpunkt war Hammersbach. Von dort aus sind wir stetig dem Hammersbach bis zum Eingang in das Höllentalklamm gefolgt. Wir entschieden uns für den Weg durch das Klamm. Es ist der kürzeste Weg und das Klamm ist herrlich! Genießen konnten wir es leider nicht, denn dafür war heute keine Zeit.

Höllentalklamm
Blick von Eingang aus in das Höllentalklamm
Höllental mit Höllentalanger und Zugspitze
Blick von der Höllentalangerhütte auf das Höllental in Richtung Zugspitze
Die nächste Station auf unserem Weg war die Höllentalangerhütte auf 1381m. Unser Weg führte uns weiter über den grünen Höllentalanger und dem ersten Klettersteig an diesem Tag. Der unter Alpinisten bekannte Brett/Leiter Klettersteig.

Höllental: Höllentalanger
auf dem Weg durch die grüne Bachlandschaft des Höllentalangers
Höllental: Schafherde
tierische Gesellschaft vor dem Einstieg zum Brett/Leiter Klettersteig
Natürlich haben auch wir spektakuläre Bilder von der Überquerung des Brettes und von der tollen Aussicht gemacht. Das Brett selbst ist weniger spektakulär und leicht zu überwinden. Bei Regen aber kann es auf den Eisenstiften bestimmt sehr rutschig sein. Das Brett bietet aber eine wahnsinnig tolle Aussicht in das Höllental.

Höllental: Brett/Leiter Klettersteig
Die Leiter
Höllental: Brett/Leiter Klettersteig
Das Brett
Am Ende des Klettersteiges hatten wir weitere 200 Höhenmeter überwunden. Weitere 1377 Höhenmeter lagen aber noch vor uns. Im Anschluss an den Klettersteig überquerten wir zuerst einmal einen weiteren und auch den letzten mit Gras und Büschen bewachsenen Teil unserer Route um im Anschluss daran auf das Geröllfeld zu treffen.

Höllental: Höllentalanger
letzter Teil das Höllentalangers
Höllental: Geröllfeld
Blick auf den Höllentalferner über das Geröllfeld
Das Geröllfeld lässt sich zu Beginn sehr gut begehen. Das Geröll selbst ist relativ klein. Zum Ende hin aber, sollte man aufpassen. Direkt unter einer sehr dünnen Geröllschicht liegt das Gletschereis und es besteht die Gefahr auszurutschen.

Hier beginnt der Höllentalferner und hier haben wir eine letzte größere Pause gemacht. Dafür gab es für uns 3 Gründe. Ab hier hieß es Steigeisen (Grödeln tun es aber auch). Hier haben wir uns noch mal richtig gestärkt und der Platz am Anfang des Gletschers war gut besucht. Es zog sich zu unserer Zeit eine Menschenschlange über den Gletscher, sodass es zum Stau an  der Randkluft kam. Nach unserer Pause galt es also den spaltenreichen Gletscher bis hin zu seiner Randspalte zu überqueren. Wir brauchten uns keine Gedanken um die Gletscherspalten machen, denn wir hatten ja unseren Bergführer. Auf Steigeisen ging es also weiter immer stetig bergan.

Höllental: Höllentalferner
auf Steigeisen über den Gletscher
Höllental: Höllentalferner
auf Steigeisen über den Gletscher
Geschafft! Wir stehen auf 2450m am Einstieg zum Höllental-Klettersteig. Und nun sollte es interessant werden. Nach langem Aufstieg trennen uns nur noch dieser Klettersteig und 600 Höhenmeter von dem Gipfel der Zugspitze.
Die Randkluft war zu unserer Zeit nicht so spektakulär, wie beschrieben. Die Randkluft ist schon sehr tief, aber sie war bei weitem nicht so breit, wie wir erwartet hatten. Direkt vor dem Einstieg gab es eine kleine, stabile Schneebrücke. Diese hat den Zustieg etwas leichter gemacht. Es wäre aber auch ohne die Schneebrücke nicht sehr schwer gewesen. Ich (Yvonne) bin nur 1,62m groß und hätte den Einstieg mit einem großen Schritt geschafft.  Auch die Schlüsselstelle hinter dem Einstieg (die Eisenstifte mit großem Abstand an der senkrechten, trittlosen Felswand) war für mich machbar.

Höllental-Klettersteig: Randkluft
Höllental-Klettersteig: Randkluft
Höllental-Klettersteig
Höllental-Klettersteig
Der Klettersteig ist sehr schön und, bis auf wenige Stellen, auch sehr gut gesichert. Leider hatten wir hier schon so viele Höhenmeter hinter uns und das Gipfelkreuz vor uns. Wir wollten nur noch rauf und haben leider den Klettersteig nicht richtig genießen können. Aufgrund seiner Länge und seiner Lage ist er schon recht anstrengend. Ab und an haben aber auch wir uns einen Blick in die Ferne gegönnt. Schließlich schaut man aus dem Klettersteig auf einen der spaltenreichsten Gletscher der bayrischen Alpen herab und mit Beginn des Riffelgrates kann man den Eibsee mit seinen kleinen Inseln sehen. Mit dem Wetter haben wir es richtig gut erwischt.

Höllentalferner
Der Höllentalferner von oben
Eibsee
Eibsee
Höllental-Klettersteig: Riffelscharte
Riffelscharte
Die Eisrinne kurz vor dem Gipfel stellt im Sommer gar kein Problem dar. Eis gab es keins. Die Rinne ist gut begehbar.

Und dann war es geschafft. Das Gipfelkreuz war erreicht und wir waren stolz auf unsere Leistung. Natürlich durfte das Gipfelfoto nicht fehlen, was sich aber angesichts der vielen Turn- und Stöckelschuhtouristen etwas schwierig gestaltete. Nach einem zünftigen Weißbier haben wir die Zugspitzbahn ins Tal genommen.

Höllental-Klettersteig: Gipfelkreuz der Zugspitze
Gipfelkreuz auf der Zugspitze
Höllental-Klettersteig: Gipfelkreuz der Zugspitze
Gipfelkreuz auf der Zugspitze

Um 18:30 waren wir nach 14 Stunden wieder zurück in unserem Quartier. Überglücklich und völlig k.o. gab es für uns nur noch duschen, essen und schlafen.

An dieser Stelle möchten wir uns auch noch bei unserem Bergführer Reiner und seiner Veronika bedanken. Sie haben uns ein unglaubliches Wochenende beschert und uns die Zugspitze durch das Höllental zugänglich gemacht.



Wichtige Hinweise:

Unterkünfte

in Hammersbach oder Grainau sind unter 7 Tagen Aufenthalt nur schwer zu bekommen. Also rechtzeitig kümmern.
Wir waren im Hotel "Zur alten Post" untergebracht. Das Hotel hat zwar eher einen 70ger oder 80ger Jahre Stil, ist aber gepflegt und der Eigentümer ist sehr freundlich und versucht alles möglich zu machen.  Für ein verlängertes Wander-, Kletter- oder Zugspitzwochenende eine gute Wahl.

Höllentalklamm:

Es gibt den gebührenpflichtigen Weg direkt durch das Klamm, es gibt allerdings auch eine Alternative außen herum. Die Gebühr für den Weg beträgt 4 EUR/Person (August 2014). Morgens zeitig ist die Klammeingangshütte nicht besetzt. Somit kann der Klammweg auch ohne Bezahlung benutzt werden. Je nach Witterung ist der Klammweg nur von Anfang Mai bis Ende Oktober begehbar. Im Winter sind alle Wege im Klamm aus Sicherheitsgründen abgebaut.

Zugspitze und Zugspitzbahn:

Auf der Zugspitze herrscht reger Touristenandrang. Rund um das Gipfelkreuz ist er am Größten und am, wie soll ich sagen, vielleicht trifft es am Gefährlichsten. Lebensmüde Touristen betreten in allen nur vorstellbaren Schuharten den abgespeckten Übergang zum Gipfelkreuz. Vorhandene Drahtseile werden nur selten und wenn überhaupt, nur unbeherzt benutzt. Also liebe Freunde des Bergsports: Trotz Andrang, nicht die Sicherung vergessen.

Bei großem Andrang sind auch die Talfahrten der Gondel überlaufen. Doch scheut euch nicht. Eine Fahrt mit der Zahnradbahn kostet genauso viel, wie die Gondel. Zwar fährt man mit ihr durch einen Tunnel und hat keine Aussicht. Aber dafür hatten wir doch den ganzen Weg hinauf genügend Gelegenheiten die Aussicht zu genießen.

Höllentahlangerhütte:

Die Hütte bleibt bis Mai 2015 wegen eines Ersatzneubaus geschlossen.

Sicherheit geht vor:

Das Wetter sollte ständig im Auge behalten werden. Steigeisen müssen, Eispickel kann für den Fall der Fälle dabei sein. Erkundigt euch vorher unbedingt nach dem Zustand der Randkluft und der Eisrinne. Im Zweifelsfall einen Bergführer benutzen! Zum Zeitpunkt unserer Tour war die Randspalte kein Problem.  In Garmisch können auch Steigeisen ausgeliehen werden.
Ihr sucht einen kompetenten Bergführer? Diese Burschen können wir euch nur wärmstens empfehlen:

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