17. August 2014

24.08.2012 - Homer / Hallo Bay (Katmai)

Heute Morgen war gar nicht an Ausschlafen zu denken. Um 7:00 Uhr sind wir aufgestanden und vor lauter Aufregung konnten wir nicht einmal etwas frühstücken. Nur ein Käffchen, das ging. Danach haben wir den Spit verlassen, die nächste Nacht sollte unser Wohnmobil ohne uns vor dem Office von "Hallo Bay" verweilen, während wir im "Hallo Bay Bear Camp" verweilen und die Bären beobachten. Im Office angekommen, wurden wir ersteinmal geogen, danach unser Gepäck. Gelobt wurden wir auch, weil wir so sparsam mit unserem Gepäck waren. Nun gut, aber es wurde doch extra darauf hingewiesen, dass wir nur das Nötigste mitnehmen sollten! Zahnbürste, warme Kleidung, Regenkleidung, dicke Socken, Fotoapparat und Objektive. Mehr brauchten wir doch gar nicht und das passt auch alles in einen kleinen Rucksack.

Das Office und den Piloten hat es gefreut, denn so konnten sie außer der Post auch noch ein paar andere wichtige Dinge mit ins "Bear Camp" nehmen. Schließlich kommen alle Sachen ins und aus dem Camp nur per Buschflugzeug dort hin bzw. von dort weg.
Nach kurzer Wartezeit und einigen Informationen zum "Bearviewing" und zum "Katmai National Park" wurden wir zum Flugplatz von Homer gefahren. Dort wartete bereits unser Buschflugzeug nach "Hallo Bay".

Buschflugzeug, Homer, Alaska
Unser Flug sollte genau 1 Stunden dauern. Begleitet von herrlichem Sonnenschein und blauen Himmel, konnten wir die Aussicht genießen. Allerdings war es im Flieger schon sehr kalt und es roch nach Sprit. Die Landung war spannend, weil die Landebahn einfach nur der Sandstrand vor dem Camp war. Der Pilot drehte vorher eine Extrarunde um nachzusehen, ob Bären am Strand waren. Zum Glück waren keine da, sonst hätten wir vielleicht nicht landen können.

"Hallo Bay Bear Camp", Hallo Bay, Katmai, Alaska
Das Camp liegt nur einen Katzensprung vom Strand entfernt. Dort hat man uns unser Zelt für die kommende Nacht gezeigt und die Campregeln aufgezeigt. Eine Verzichtserklärung mussten wir natürlich auch unterzeichnen. Ohne die, keine Bären. Nachdem wir die Regensachen und die Gummistiefel übergezogen hatten, packten wir noch etwas Wasser und Sandwitches in die Rucksäcke und machten den Fotoapparat klar. Es ging los! 7h Wildnis und hoffentlich ganz viele Bären.
Nach knapp 1 Meile und ein paar Erklärungen von Brad, dem Camp Manager war er plötzlich da, der erste Küstenbraunbär. Ein ganz großer Moment. Direkt vor uns im Flußbett fischte er nach Lachs.

Küstenbraunbär, Katmai, Alaska
Er war uns so nah. Eine Weile haben wir ihm zugesehen, doch dann mussten wir weiter. Unser eigentlicher Guide, DeWaine, wartete bereits eine Meile weiter am Fluß auf uns. Auf dem Weg zum Treffpunkt, sahen wir weitere Bären. Einer satt und zufrieden, zum Mittagsschlaf bereit. Ein Anderer hungrig und auf Lachsfang. Wieder ein Anderer kam extrem nah an uns heran, war aber die Ruhe in Bärenform (was man wohl von uns nicht behaupten konnte).


Insgesamt waren wir 7 Stunden in der Wildnis unterwegs. Es ging durch hohes Gras, durch Schlamm, durch Bärenscheiße und durch Wasser. Unsere ständigen Begleiter waren die Mücken und der Regen. Doch das ließ uns kalt. In der ganzen Zeit haben wir 5 oder 6 verschiedene Bären gesehen. Mal mehr mal weniger nah. Alle haben sich nicht von uns bedroht gefühlt und sind ihrem Drang der Nahrungsaufnahme nachgegangen. Die Silberlachse waren reichlich vorhanden.




Pünktlich zum Abendessen waren wir zurück im Camp. Erstaunlich, aber auch hier draußen sind sie durchaus in der Lage eine prächtige Mahlzeit zu zaubern. Damit hatten wir nicht gerechnet. Erschöpft und überglücklich sind wir auf den Pritschen in unserem Zelt eingeschlafen.

Hinweise:

Hallo Bay Bear Camp

Dieses Camp ist kein Vergleich zu Brooks Lodge. Das Camp ist ein richtiges Camp, mit Expeditionszelten und Pritschen, Plumsklo und einer Dusche. Hier ist alles sehr einfach. Aber es fehlt eigentlich an Nichts. Nachts kommen die Bären manchmal ins Camp um zu schlafen. Essen in den Zelten lagern, ist streng verboten. Das Team ist unglaublich nett. Für die Ausflüge in die Wildnis braucht man: warme Kleidung, Regensachen. Gummistiefel werden gestellt, Mückenspray sollte unbedingt dabei sein, doch nicht nur in kleinen Mengen. Möglichkeiten um leere Akkus wieder aufzuladen, gibt es auch. In den Zelten gibt es Pritschen mit dicken Schlafsäcken, eine Heizmöglichkeit, eine tragbare Lampe und eine Waschgelegenheit. Alles in Allem eine zweckmäßige Ausstattung. Achso und eine Kiste zur trockenen Lagerung der Kamera gibt es auch.

Man kann unterschiedlich viel Zeit in dem Camp verbringen. Wir haben eine Übernachtung genommen. Somit hatten wir einen kompletten Tag mit den Bären. Zu einem Tagesausflug in Bearcamp raten wir nicht. Das ist viel zu kurz und eventuell sieht man keine Bären.

Und nicht vergessen, Zelte bzw. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es nicht so viele. Zeitiges Buchen ist auch hier wichtig. Außerdem wird das Camp auch gern von Filmcrews genutzt. Zu unserer Zeit war gerade ein Team von BBC dort. Das schmälert natürlich die Schlafplätze.
Ansonsten gibt es nichts weiter zu sagen. Außer vielleicht: Genießt die Zeit im Hallo Bay Bear Camp. 


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